>Integrieren statt Zeit verlieren – 18. Januar 2018

Integrieren statt Zeit verlieren – 18. Januar 2018

Integrieren statt Zeit verlieren
Nachhaltige Investitionen der Integrationsarbeit

Integration ist ein Thema, das unsere Gesellschaft beschäftigt und bewegt. Und vor allem: Ein Thema, dem wir uns nicht entziehen können. allegra! Sprachen&Integration bietet mit ihrer Veranstaltungsreihe Integrieren statt Zeit verlieren eine wichtige Diskussions- und Austauschpattform für alle, die sich mit dem Thema Migration und Integration beschäftigen.

Dass wir gut daran tun, in die Schweiz migrierte Menschen zu integrieren, ist wohl unbestritten. Was aber der richtige Weg und das richtige Mass ist – darüber sind die Meinungen geteilt. Integration ist ein Thema, das nicht nur beschäftigt, sondern auch polarisiert. Umso wichtiger ist es, dass Akteurinnen und Akteuren im Integrationsbereich im Gespräch bleiben.

Zu diesem Zweck lud allegra! Sprachen&Integration am letzten Donnerstag, 18.1.2018, bereits zum zweiten Mal interessierte Personen aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung ein, sich zum Thema Integrieren statt Zeit verlieren auszutauschen. Zum Auftakt zeigte Markus Kaufmann, Geschäftsführer SKOS Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe, in seinem Referat auf, welche Strategien in der Sozialhilfe angesichts der steigenden Anforderungen im Arbeitsmarkt umgesetzt werden sollen. Anschliessend stellte Alex Niklaus, Projektleiter „MosaiQ“ von HEKS, sein speziell auf qualifizierte Migrantinnen und Migranten zugeschnittenes Projekt zur Arbeitsintegration vor.

Diese beiden Beiträge bildeten die Grundlage für das nachfolgende Podiumsgespräch: Neben den Herren Kaufmann und Niklaus diskutierten Philippe Lindegger, Leiter Caritas Perspektive, und Beat Habegger, Leiter „HandsOn“ der Heilsarmee, über die grossen Herausforderungen der Integrationsarbeit. Dabei waren sich die Diskussionsteilnehmer unter der Moderation von Andreas Földényi, Unternehmensleiter allegra! Sprachen&Integration, einig, dass es das Ziel sein muss, auch Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene möglichst rasch in Regelstrukturen aufzunehmen. Als besonders schwierig für die Erarbeitung nachhaltiger Integrationsmassnahmen erweist sich unter anderem die Heterogenität der zu integrierenden Personen; erfolgreiche Integration muss demnach stark individualisierend und nicht nach einem einheitlichen Patentrezept erfolgen.

Einig war man sich auch darüber, dass Spracherwerb der Schlüssel zur Integration ist. Földényi ergänzte allerdings mit Nachdruck, dass neben der Sprache auch eine soziale und kulturelle Integration erfolgen muss, damit gesellschaftlich-soziale Normen rasch verstanden werden. „Nachhaltige Integration kann nie nur über Sprache gelingen, sondern bedingt immer auch soziale, kulturelle und berufliche Integrationsmassnahmen“, so Földényi.

Die Diskussion – nicht nur auf dem Podium, sondern auch mit dem Publikum – verlief angeregt und engagiert. So wurde etwa von einem Vertreter einer politischen Gemeinde moniert, dass alle Freiwilligenarbeit, die in seiner Gemeinde gut organisiert sei und erfreulich funktioniere, teilweise daran scheitere, dass die Kosten für den Transport der Integrationswilligen an Sprachzertifizierungen oder die Kosten der Prüfungen selbst nicht übernommen würden. Eine weitere Stimme forderte, dass auch Arbeitgeber stärker in die Pflicht genommen werden müssen – ohne sie sei eine berufliche Integration nur sehr schwierig zu gewährleisten.

Dass noch viel Bedarf an Austausch und Gesprächen besteht, zeigte sich auch an der Fortsetzung der Diskussion beim Apéro riche. allegra! Sprachen&Integration sieht sich in der Pflicht und wird ihre Veranstaltungsreihe zum Thema Integrieren statt Zeit verlieren im Januar 2019 fortsetzen. Wir bleiben dran – und Sie sind jetzt schon herzlich eingeladen!

Weitere Infos als PDF

2018-01-26T18:39:39+00:00 22. Januar 2018|